Wundheilung
Im Alltag kommt es immer wieder vor: Ein Schnitt mit dem Küchenmesser, ein Sturz mit dem Fahrrad oder ein Griff in das heiße Bügeleisen; die Gefahr, sich zu verletzen ist allgegenwärtig. Glücklicherweise handelt es sich in den meisten Fällen um kleine, harmlose Wunden, die in der Regel komplikationslos verheilen.
Wundarten
Eine Wunde wird zumeist durch äußere Einflüsse verursacht und ist gekennzeichnet durch die Trennung oder den Verlust von körpereigenem Gewebe, welche sowohl lediglich oberflächlich als auch im Körperinnern erfolgen kann. Sind Blutgefäße von der Wunde betroffen, kann es zu mehr oder minder starken Blutungen kommen. Möglicherweise können Erreger in die Wunde gelangt sein, wodurch die Gefahr einer Infektion droht. Unterschieden werden können die Wundarten zunächst durch eine grobe Einteilung in akute und chronische Wunden.
Akute Wunden
Akute Wunden sind Verletzungen, die durch äußerliche Einwirkung entstanden sind: Bei Schürfwunden sind lediglich die oberen Hautschichten betroffen. Sie sind sehr schmerzhaft und können stark nässen, häufig finden sich auch Verschmutzungen.
Schnittwunden
Schnittwunden zeichnen sich durch glatte, auseinanderklaffende Wundränder aus, meist kommt es zu einer starken Blutung. Schnittwunden können sehr tief, zum Teil bis auf den Knochen reichen.
Stichwunden
Stichwunden können ebenfalls in tiefliegende Gewebeschichten vordringen. Als problematisch gelten hierbei die Gefahr der Blutung in der Tiefe sowie die hohe Infektionsgefahr durch eventuelle, mit dem Stichinstrument in die Wunde gelangte Keime. Platzwunden treten in der Regel an Körperstellen auf, an denen die Haut unmittelbar auf dem Knochen aufliegt, meist im Kopfbereich, und haben in der Regel unregelmäßige Wundränder.
Quetschwunden
Bei Quetschwunden bildet sich meist ein Bluterguss. Offene Quetschwunden sind gekennzeichnet durch unregelmäßige Wundränder, sind meist verschmutzt und haben somit ein erhöhtes Infektionsrisiko.
Risswunden
Risswunden betreffen lediglich die Haut. Auch hier sind die Wundränder unregelmäßig, meist verschmutzt und es bestehen oft zusätzliche Verletzungen der Wundumgebung.
Schusswunden
Bei Schusswunden sind die Wundränder in der Regel stumpf und unregelmäßig bis zerfranst. Ein Bluterguss sowie Schmauchspuren sind meist äußerlich zu finden. Starke Blutungen sowie häufig Schädigungen von inneren Organen sind zusätzlich kennzeichnend.
Ätzwunden
Bei Ätzwunden besteht ein fließender Übergang zwischen zerstörtem und gesundem Gewebe und die Wunde ist meist schmierig. Bei Brandwunden bestehen starke Schmerzen, Rötungen, Blasenbildung oder Verkohlungen. Strahlenschäden ähneln in ihrem Erscheinungsbild den Brandwunden.
Chronische Wunden
Als chronische Wunden werden einerseits Verletzungen bezeichnet, welche nach vier Wochen nicht verheilt sind sowie Wunden die aufgrund sekundärer Erkrankungen, die mit Durchblutungsstörungen einhergehen, entstehen. Hierzu gehören beispielsweise schlecht heilende Wunden an den unteren Extremitäten bei Venenleiden („offenes Bein“, Ulcus cruris), Druckgeschwüre bei bettlägerigen Patienten (Dekubitus) sowie Wundheilungsstörungen bei Diabetikern („diabetischer Fuß“).
Nicole Breuer